Wie ich ein Unternehmen praktisch dazu gezwungen habe auf Kulanz zu handeln.

Neues Bike gekauft, 3 Wochen später Federgabel kaputt. Ersatzteil angeblich nicht auf Lager, Gabel muss eingeschickt und repariert werden. Ich persönlich habe es schon immer gehasst, wenn etwas eingeschickt werden muss. Egal ob Notebook, Smartphone oder sonstwas. Dieses Mal hatte ich es aber besonders eilig und bin letzten Endes einfach selber in das für die Öffentlichkeit unzugängliche Lager gegangen und hab mir mein Ersatzteil mitgenommen. Das ist eigentlich ziemlich unmöglich und bedurfte einiger merkwürdiger Maßnahmen. Ich erzähl Dir, wie ich das gemacht habe. Mein zugrunde liegendes Mindset war dabei ganz einfach: Unzulänglichkeiten eines Unternehmens sind – auch wenn sie es gerne so darstellen – 1. keine unlösbaren und 2. meine Probleme.

Ich fahre recht ambitioniert Dirt Bike, also nicht draußen im Wald, sondern mehr so Urban. Vielleicht eher vergleichbar mit BMX. Treppen rauf und runter, hier mal’n Wheelie, da mal’n One-Eighty, bisschen rückwärts fahren, so Sachen halt. Angefangen hat das so in der Pubertät, wo man sich natürlich auch noch für den ganzen Shit drumrum interessiert, Magazine und so. Mir ging es aber eigentlich immer nur ums Fahren, d.h. ich hab über die letzten 10 Jahre mich praktisch Null für Marken, Equipment und so Sachen interessiert. Nachdem mir damals in meiner Stuttgarter Zeit mein Bike aus dem Keller geklaut wurde, hab ich dem Händler meines Vertrauens einfach gesagt er soll mir ein ähnliches Bike zusammenstellen. Ich könnte Dir bis heute nicht sagen um welche Marke oder welche Komponenten es sich gehandelt hätte. Es war blau, hatte für Dirt Bikes eine etwas ungewöhnliche Geometrie und 7 Gänge, von denen die zwei wichtigsten bis zum Ende auch gingen 😀

Dieses Bike, über das ich praktisch nichts wusste und das ich dennoch in- und auswendig kannte, wurde mir geklaut. Ich hatte es genau an diesem schicksalsschweren Abend nicht ins Haus getragen, weil ich der festen Überzeugung war, dass ich kurz danach in meinen Stammladen gehen würde. Letztlich habe ich mich dann weit nach Mitternacht entschlossen doch nicht mehr loszuziehen. Weil ich aber am nächsten Morgen eh um 10 bei Chris sein wollte, dachte ich, dass ich es für die 6 Stunden an einem Donnerstag draussen stehen lassen konnte, es war ja angekettet. Morgens war es dann weg. Das bestätigt die These, dass gut organisierte Jungs mit Transportern durch Hamburg fahren und solche Bikes regelrecht ernten.

Anyways, nach drei Tagen der tiefen Trauer habe ich versucht ein neues Bike zu finden. In dieser Nische war das leichter gesagt als getan. Online sucht man vergebens echte Erfahrungsberichte, sondern muss sich seinen Weg durch gequirlte Affiliate-Scheisse und sponsored Posts von Marken bahnen. Der Moment, in dem mir mal wieder bewusst wurde, wie beschissen ich die Mechanismen von Online Marketing finde.  Preislich liegen die Teile zwischen 500 und 3500€. Mir war völlig unklar bei welcher Marke bzw. in welchem Preissegment ich glücklich werden würde. Egal. Bergamont hat mit seinem Kiez 040 8-Speed ein Bike im Angebot, das auf dem Papier meinen Ansprüchen gerecht werden könnte. Rahmen in mehreren Größen (mit längerem Oberrohr), kein Single-Speed, zwei Bremsen, Federgabel. Also zack nach St. Pauli zum Bergamont Flagship Store gestiefelt, um es probezufahren und zu kaufen. Letztlich hatte sie es nicht da und ich bin ans letzte Eck in Hamburg, zu B.O.C. gereist um es dann dort zu kaufen. 90 Minuten gewartet bis es zusammengebaut wurde, noch kurz Vorbau und Lenker an meine Ansprüche anpassen lassen und an der Kasse noch um 65€ runtergehandelt, nice!

bergamont-kiez-040-8-speed-2015

Leider hat bereits in den ersten Tagen die Vorderbremse Stress gemacht. Sie hat ständig leicht gebremst, was laut Bergamont an der Federgabel, einer RST Dirt RA 100, lag. Außerdem hat die Federgabel auffällig viel Schmiere an den Standrohren angesammelt. Daher entschied ich mich drei Wochen nach dem Kauf, das Bike zur Reparatur zu bringen, mit der Bitte man möge es innerhalb meines zweiwöchigen Urlaubs fixen. Nach dem Urlaub kam ich wieder, war richtig heiss eine Runde zu drehen, aber das Bike war nicht fertig. Als hätte ich es geahnt. Fakt ist: ich hab es geahnt, daher hab ich gesagt es möge innerhalb der zwei Wochen gemacht werden. Wie das nunmal so ist, hatte B.O.C. die Gabel zum Großhändler Paul Lange geschickt. Also hab ich da kurzerhand angerufen. 1. Redet man da nicht mit Endkunden und 2. gäbe es wohl Reparaturstau, weil grad eine große Fahrradmesse war. „Viel zu tun“. Ich musste dann erstmal kurz ausrasten und denen erklären, dass eine Messe, die seit über 20 Jahren ziemlich planbar jährlich stattfindet, kein Grund sein kann, dass Prozesse plötzlich langsamer ablaufen. Jap, einem Telefonisten im First Level Support Nachhilfe in BWL geben, das ist mein Ding wenn ich sauer bin.

Typische Situation, um Kunden zum Schweigen zu bringen. Der Händler, der Dir gegenüber verantwortlich ist, hat das Teil einfach eingeschickt und somit alles richtig gemacht und ist nicht weiter angreifbar. Der Großhändler, der rumschlampt, weigert sich, sich mit Dir als Endkunde rumzuschlagen. Da stehst Du dann und denkst, dass das 1. Dein Problem ist und 2. ein scheinbar unlösbares Problem ist. Pustekuchen. Ich sag Dir jetzt kurz zusammengefasst, was ich gemacht habe. Ich habe im Anschluss über mehrere Tage sowohl B.O.C., als auch dem Bergamont Flagship Store Besuche abgestattet und einige Telefonate und E-Mail-Konversationen geführt. Mit B.O.C. habe ich die vertragliche Bindung, weswegen die mir natürlich gegenüber eine gewisse Verantwortung tragen. Der Bergamont Flagship Store hat rein rechtlich gesehen mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun, aber letztlich muss man denen nur bewusst machen, dass das Ganze ja ein sehr negatives Licht auf ihre Marke und ihr Produkt wirft. Zusammengefasst habe ich mich im Kontakt grob an folgende Prinzipien gehalten:

  • Präsent sein: vor Ort aufschlagen bringt ganz andere Handlungsmöglichkeiten, als ein Anruf. Verhalte Dich ruhig einnehmend und selbstsicher. Wenn Du warten musst, steh nicht in der Ecke rum, sondern bewege Dich frei. Achte darauf laut und deutlich zu reden.
  • Uneinschätzbar sein: lass Dein Gegenüber spüren, dass er es hier nicht mit einem gewöhnlichen Endkunden zu tun hat. Ich lasse beispielsweise gerne unterschwellig mitschwingen, dass ich es gewöhnt bin zu Delegieren und ich mir dem Prinzipal-Agent-Problem bewusst bin. Beispielsweise belasse ich es nie bei einem „wir melden uns dann bei Ihnen“. Ich erfrage immer einen Zeitrahmen und kündige an, dass ich nach furchtlosem Ablauf dieses Zeitrahmens mich selber wieder melden werde. Kurz gefasst lege ich Verhaltensweisen an den Tag, die mein Gegenüber vermutlich auch von seinem Chef gewöhnt ist.
  • Freundlich aber bestimmt sein: Gehört zwar definitiv zu „uneinschätzbar sein“, ist gleichzeitig auch irgendwie Binsenweisheit, kann aber dennoch nicht oft genug betont werden: immer übertrieben nett sein, Namen merken, Leute mit Namen ansprechen, schöne Nachmittage wünschen, so Sachen halt. Bewirkt meiner Erfahrung nach Wunder und hebt Dich aus der grauen Masse hervor.
  • Problemumkehr betreiben: dass ich grad unangemessen lange auf mein Bike warten muss ist nicht mein Problem sondern das Problem von B.O.C. und letztlich somit auch von Bergamont. Das ist ein sehr wichtiges Mindset und muss geübt werden. Meistens ist es Dein Gegenüber gewöhnt, dass er Dir einfach das Problem schildert und es als nicht änderbar darstellt. Man sucht dann oft logisch nach Punkten, ob das nicht irgendwie anders gehen könnte, was Dein Gegenüber dann ganz einfach verneinen kann. Damit ist es dann Dein Problem. Für die Problemumkehr reicht es zu erkennen, dass grad jemand etwas zu Deinem Problem machen will. Einfach im Anschluss laut und deutlich mit „Wie kann es denn sein, dass“ beginnen und dann einfach nochmal das von ihm geschilderte Problem wiederholen und anschliessend noch dran hängen, wie das jetzt für Dich als Kunden nachvollziehbar nicht zumutbar ist. „Wie kann es denn sein, dass ich ein brandneues Fahrrad kaufe, das nach nichtmal 3 Wochen erhebliche Mängel aufweist und ich jetzt schon fast genauso lange auf eine Behebung der Mängel warten muss? Das ist für mich als Kunden doch nicht zumutbar.“ So einfach spielst Du den Ball wieder zurück.

Die Resultate waren erstaunlich. Bedenke, dass ich gegen B.O.C. praktisch nichts in der Hand hatte. Mit dem Einschicken der Gabel haben die sich richtig verhalten und da diese Gabel nur in Kombination mit dem Bike verkauft wird, gab es da auch keine Alternative, als abzuwarten. Allerdings war der Besuch beim Bergamont Flagship Store sehr fruchtbar. Mein Anliegen wurde direkt an den zuständigen Aussendienstler weitergegeben, der – obwohl es überhaupt nicht seine Zuständigkeit ist – bei B.O.C. mal freundlich nachgefragt hat. Ich habe mir dann noch schriftlich per E-Mail von ihm bestätigen lassen, dass er sich drum kümmert und dass er im Lager von Bergamont nachschauen lässt, ob eine identische Gabel (verbaut an einem anderen Rad) vorhanden ist. Da ich weiss, dass Außendienstler, lies Verkäufer, immer tierisch nett sind und Dir das blaue vom Himmel erzählen, hat es mich nicht gewundert, dass ich am nächsten Tag die Info bekam, dass die Gabel auch nicht am Lager wäre. Somit könne man nichts machen, außer auf Großhändler Paul Lange zu warten.

Da Bergamont ein Hamburger Unternehmen ist, hab ich einfach mal etwas recherchiert, wo denn deren Lager eigentlich ist und ob ich da direkt selber mal anrufen kann. Alle Telefonnummern leiteten in die Zentrale und selbst mit Namedropping und Social Engineering konnte ich nicht ins Lager durchgestellt werden. Also fand ich in einigen veralteten Suchergebnissen eine Adresse im Schlachthof, die stark nach Lager aussah. Street View gab keinen weiteren Aufschluss, ob es sich dort wirklich um das gesuchte Lager handelte. Da der Schlachthof im Schanzenviertel zu meiner Nachbarschaft gehört bin ich dann einfach mal hingegangen.

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Der gesamte Schlachthof ist natürlich für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Soll ja niemand sehen, wie das Fleisch aus der Massentierhaltung wirklich verarbeitet wird. Aber schön im Supermarkt Wurst in Form eines lachenden Bärengesichts kaufen. Ohne das hier weiter ausführen zu wollen: Fleisch essen ist top, aber kauf halt Bio, dann haben die Viecher wenigstens ein schönes Leben.

Zurück zum Thema: Schranke, Drehkreuz, Kameras und Wachpersonal, in den Schlachthof kann man also nicht einfach als Privatperson so reinspazieren. Oder etwa doch? Ich bin kurz einmal das Gelände von außen abgelaufen um sicherzustellen, dass ich am richtigen Eingang bin. Dann bin ich einfach direkt zum Wachhäuschen gegangen und habe laut und deutlich folgende Worte gesagt: „Hallo. Ich muss ins Bergamont Lager.“ Kein Gestammel, keine Begründung, keine Lüge. Und was hätte der Wachmann auch fragen wollen? Was ich da will? Im Lager anrufen, ob die jemanden erwarten? Allein den Namen des Außendienstlers zu kennen hätte gereicht um reinzukommen. Warum ich mir da so sicher bist wirst Du gleich erfahren.

Also, der Wachmann hat mich, ohne zu zögern und ohne weiter wissen zu wollen wer ich bin, auf das zutrittsbeschränkte Gelände gelassen. Ich hab mir noch kurz sagen lassen, wo ungefähr das Lager sein müsste und bin dann ganz entspannt da über das Gelände gestiefelt. Erstmal noch in aller Ruhe ein Beweis-Selfie nach diesem Teil-Erfolg gemacht. Ganz klar: es hat definitiv nicht geschadet, dass ich #allblackeverything angezogen war und meine Alpha MA-1 anhatte. Abgesehen vom Milchbubi-Gesicht hätte ich ja auch als Security durchgehen können.

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Sobald man etwas tiefer im Gelände ist, sieht man erstmal diverse Luxuskarossen, die ziemlich prollig getuned zwischen ranzigen Transportern und LKW vor den Laderampen rumliegen. Ähnlich wie in der Gastro bzw. Nightlife: #läuftbeidenen. Es riecht komisch und man hört, dass irgendwas verarbeitet wird, aber die Schweine hört man nicht schreien. Aber an jedem Eingang wird klar darauf hingewiesen, dass Unbefugten der Zutritt verboten ist und nicht fotografiert werden darf. Somit fühle ich mich etwas mulmig als ich tatsächlich den Eingang zum Bergamont Lager gefunden habe. Keine Ahnung ob das grad zivilrechtliche oder strafrechtliche Konsequenzen haben könnte wenn ich hier reingehe. Da ich aber dem Wachpersonal gegenüber ehrlich war, fühle ich mich legitimiert da jetzt auch reinzugehen und mal nachzuschauen ob der Aussendienstler Recht hatte, als er meinte, es gäbe keine Gabel mehr am Lager.

Also rein, zwei Treppen hoch und an der dicken Metaltüre die Funk-Klingel betätigt. Noch ein zweites und drittes Mal gedrückt, damit die drinnen schonmal wissen, dass ich mir meiner Sache sicher bin, dann macht endlich einer auf. Sein Blick verrät, dass er mich erstens überhaupt nicht einschätzen kann, zweitens hier niemanden erwartet hat und drittens niemals einen Endkunden ins Lager lassen würde. Ich erkläre ihm laut und deutlich, dass ich mit dem Herrn Außendienstler in Kontakt stehe und wegen einer Federgabel hier bin, die ich jetzt abholen und zu B.O.C. bringen will. Er ist klar überfordert und nicht befugt da jetzt irgendwie tätig zu werden also macht er sich reflexartig auf die Suche nach seinem Vorgesetzten. Ich bin so frei und trete ein.

Ich stehe im Bergamont Lager. Ich bin etwas aufgeregt, will aber unbedingt vermeiden es jetzt dadurch zu vergeigen. Ich reisse mich also zusammen, postiere mich betont entspannt relativ in der Mitte eines freigeräumten Bereichs. Mein Blick wandert über sauber aufgestellte 2015er Modelle, die grad auf der Messe vorgestellt wurden, einen großen Haufen mit weggeworfenen Rahmen, die scheinbar Mängel aufwiesen und einem Turm aus mehreren Palletten verpackter Neuware. Die Vorgesetzte trifft dazu, ist sichtlich verwundert und macht kein Geheimnis daraus, dass ich ihr hier grad ein Dorn im Auge bin. Ich schildere ihr die Situation. Sie sagt sie wisse von nichts und könne natürlich ohne eine Vorgangsnummer auch nicht einfach etwas rausgeben. Ich bleibe ruhig, sage mit wem ich alles Kontakt hatte. Sie wird unruhig und ruft erst einmal bei B.O.C. an, Tenor: was zur Hölle macht euer Kunde bei mir im Lager? Einige „Ahas“ und „Ja, verstehes“ später lässt sie mich wissen, dass B.O.C. die Gabel eingeschickt hätte und ich darauf nunmal warten müsse. Weiss ich ja alles schon. Sie gibt mir das Telefon und der mir schon bekannte Mitarbeiter versucht mir in fast schon erzieherischer Art zu erklären, dass ich jetzt nunmal zu warten hätte und was ich da im Lager denn mache. Ich bleibe ruhig und erkläre ihm, und der skeptisch zuhörenden Lagerchefin, laut und deutlich, warum ich hier bin. Wir legen auf. Von einem Anruf des Außendienstlers weiss hier niemand. Ob die Gabel am Lager ist, kann auch niemand sagen. Ich hatte schon erwartet, dass der Außendienstler nur gelabert hat. Das Gute daran: damit bestand die Chance, dass hier tatsächlich die Gabel vorhanden sein könnte.

Ich zeigte also erstmal Verständnis, dass die Situation etwas seltsam wirkte und mir klar wäre, dass ich hier nicht einfach reinlaufen und ohne jeglichen Nachweis einfach eine Gabel mitnehmen kann. Den Außendienstler erreichte ich allerdings schon den ganzen Tag nicht, also konnte der auch nicht sein grünes Licht geben, wenn er das denn überhaupt gemacht hätte. Die Zeit drängte, denn die Lagerchefin würde in einer Stunde ins Wochenende gehen und nur sie könne, im Falle dass der Außendienstler sich melden würde, die Gabel ausbuchen. Ich schaffte es dann doch noch, dieses Zeitfenster zu verlängern, indem sie sich darauf einließ, das Ausbuchen dem Mitarbeiter, der als letzter Schluss machen würde, zu übertragen.

Mit diesem weiteren Teilerfolg verließ ich das Lager und musste nun nur noch um jeden Preis den Außendienstler erreichen, von dem ich langsam das Gefühl hatte, er würde bewusst meine Anrufe ignorieren. Mittlerweile mussten in den letzten 24 Stunden rund ein Dutzend Anrufe und mehrere Mailbox-Ansagen auf seinem iPhone leuchten.

Mir war klar, dass es weitere Anrufe Freitag Nachmittags einfach nicht mehr reissen würden. Also rief ich direkt auf dem Heimweg in der Bergamont Zentrale an. Großes Glück, dass ich dort noch eine nett klingende Telefonisten erreichte, die auch schon in Wochenendestimmung zu sein schien. Ich schilderte ihr so charmant wie möglich mein Anliegen und achtete darauf beim Telefonieren zu lächeln (hab irgendwann mal gehört, dass im Stehen telefonieren und lächeln am anderen Ende wahrgenommen wird). Sie sagte mir, dass sie versuchen würde den Außendienstler anzurufen. Kritische Situation. Zum Einen hätte ich damit was ich wollte, aber es könnte auch einfach nur so gesagt sein. „Das ist wirklich sehr nett von Ihnen und wirklich alles worum ich Sie jetzt bitten kann. Ich hoffe ich konnte rüberbringen wie sehr mir das am Herzen liegt. Das Wochenende steht vor der Tür, es ist super Wetter und ich freue mich seit 3 Wochen auf mein Bike. Ich bin Ihnen wirklich extrem dankbar wenn Sie den Herrn anrufen oder noch kurz eine Memo schicken.“ Damit sollte ich die Chancen, dass sie es wirklich gewissenhaft macht, und nicht nur eine lustlose Memo raushaut, nochmal deutlich gesteigert haben. Wir verabschieden uns sehr herzlich und beim Betreten meiner Wohnung bekomme ich den lange ersehnten Rückruf vom Außendienstler. Ich erkläre ihm kurz und nicht wertend, dass die Gabel am Lager ist und er nur noch sein grünes Licht geben müsse. Aus der Nummer KANN er jetzt gar nicht mehr raus. Er sagt zu. Ich gehe sofort los. Kurz danach Anruf von der Lagerchefin, die mir bestätigt, dass ich die Gabel holen kann. Als ich auf dem Schlachthofgelände eintreffe kommt sie mir grad entgegen gefahren. Ich bin bester Laune, wir quatschen noch kurz und wünschen uns schöne Wochenenden und meinen es auch so.

Ich schlappe ins Lager, geb dem Jungen, dessen Namen ich mir natürlich gemerkt habe die Hand und nehme die Gabel in Empfang. Ich bin über happy, aber gehe im Kopf schon die nächsten Schritte durch. Die Jungs von B.O.C. werden mir erzählen können, was sie wollen wenn es um die Dauer geht, die der Einbau der Gabel dauern würde. Also Frage ich den Jungen wie lange so etwas ca. dauern würde. „15-25 Minuten.“ Alles klar, vor dem Lager noch kurz Gewinner-Selfie, dann ab zu B.O.C.

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Nach meiner Odyssee, in der ich mal kurz das gemacht habe, was eigentlich der Job von einigen anderen Leuten gewesen wäre (Kunden zufrieden stellen, anyone?), schiebe ich die Gabel, die Trophäe, bei B.O.C. über die Theke. Der Werkstattleiter erkennt scheinbar die Bedeutung dieses ehrfürchtigen Momentes nicht, schaut nur kurz in seinen Terminplan und murmelt „alles klar, dann morgen Mittag abholen?“ Ich glaub ich breche zusammen. Völlig entgeistert frage ich ihn, warum er glaubt, nachdem er gesehen hat welchen Aufwand ich für diese Gabel betrieben habe, nach all den Telefonaten, die ich auch mit ihm schon geführt habe, dass ich jetzt nochmal einen ganzen Tag warten würde. Mal abgesehen davon dass ich keine Lust habe jetzt nochmal ohne Bike heimzugurken und morgen nochmal herzugurken. „Ok, ich schau mal, du kannst auch warten aber das dauert dann vielleicht 2 Stunden.“ Ich erkläre ihm, dass ich genau sowas erwartet habe und mich extra erkundigt hätte wie lange der Einbau dauern würde. Er schaut was er machen könne. Sorry, aber das ist mir nicht genug. Ich merke, dass der Bengel die Situation verkennt. Werkstätten zu leiten und Kunden happy zu machen scheinen wohl bei B.O.C. die Aufgabenbereiche von zwei unterschiedlichen Menschen zu sein. Aus mehreren Telefonaten mit dem Filialleiter wusste ich, dass er in dieser Hinsicht eher bei mir sein würde. Ich laufe zur Kasse und verlange namentlich nach dem Filialleiter. Die Kassiererin trifft auf dem Weg in dessen Büro im zweiten Stock, wo sich auch die Werkstatt befindet, auf den Werkstattleiter. Der Blick, den er mir auf halber Höhe auf der Treppe, quer durch den Laden warf, zeigte mir, dass er es nun gerafft hatte: dieser Junge da lässt sich nicht einfach abfertigen, der meint das ernst. Obwohl die Sicht in den zweiten Stock mit großen Werbebannern so gut es geht versperrt ist, gibt es bei den Kindersitzen eine Stelle wo man etwas sehen kann. Ich kann die in der Reparatur befindlichen Bikes aufgehängt sehen und beobachte wie oben zwischen dem Werkstattleiter, der Kassiererin und noch jemandem geredet wird. Der Filialleiter spart sich scheinbar den Weg nach unten. Als der Werkstattleiter zurück kommt stehe ich zufällig unten an der Treppe. Im Vorbeigehen knirscht er irgendetwas, was so viel bedeutete wie „Dein Anliegen wird jetzt mit oberster Prioriät erledigt, es dauert vielleicht noch 20 Minuten.“

Den Heimweg rollte ich ganz easy neben der sich im Feierabendverkehr stauenden Blechlawine, zog hier und da einen Wheelie und war derbe happy. Fest entschlossen diesen Vorfall schriftlich festzuhalten kam ich zuhause an, zog meinen Helm auf und drehte noch eine richtige Runde. Es vergingen gerade einmal 8 Wochen, bis ich den Vorfall dann wirklich aufschrieb. Lifestyle of Bad Organisation #LOBO

SMS-Marketing How-To

SMS versenden, die ankommen, gelesen werden und wirken. Wie Du das erreichst, erfährst Du im zweiten Teil meiner Artikelreihe rund um die SMS, der auf Gruenderkueche.de erschienen ist.

7 Killerargumente für SMS-Marketing

Jeder kann SMS empfangen. SMS kommen an. SMS werden gelesen. SMS funktionieren in beide Richtungen. SMS sind ein Zahlungsmittel.

Die SMS wird unterschätzt. Zu Unrecht.

Der erste Teil meiner Artikelreihe rund um die SMS ist auf Gruenderkueche.de erschienen.

#wifitrolling

#wifitrolling

Wie funktioniert #wifitrolling?

Aufkleber überall hinkleben. Egal ob ein Free WiFi in der Nähe ist oder nicht. Gerne an Cafés, öffentliche Plätze oder sehr entlegene Orte.

#wifitrolling 1. Grades: Menschen suchen auf ihrem Smartphone ein Free WiFi, das sie in der Regel nicht finden werden.

#wifitrolling 2. Grades: Menschen, die ein Free WiFi gesucht haben, beschweren sich in irgendwelchen Cafés.

Warum #wifitrolling?

Neben den offensichtlichen Freuden des Trollens, besitzt #wifitrolling noch eine subversive aber dennoch politische Ebene: Der Kampf für flächendeckende Internetverfügbarkeit und unbegrenzte Datenvolumina. Meiner Meinung nach wird dieser Kampf zwar nicht durch WiFi Spots, sondern den Ausbau des mobilen Internets und evtl. durch Mesh Networking gewonnen. Aber das eigentlich angestrebte Ziel wird momentan am besten durch den Begriff Free WiFi transportiert. Free WiFi bedeutet, unabhängig von Land, verfügbarem Datenvolumen und/oder Kosten, nach Herzenslust online zu sein.

 

Warum eine App eine schlechte Idee für Gründer sein kann

„Ich will gründen und hab ne Idee für ne App“ – Ich kann es nicht mehr hören. In der Wahrnehmung vieler sind Apps die kleinen bunten Dinger, die mit dem Daumen hin und her gewischt werden können und mit denen man super reich wird. Egal ob als Startup oder Einzelkämpfer. Ich sehe das etwas kritischer und durfte mich auf Gruenderfreunde.de darüber auslassen.

 

 

Die ultimativen 6 Tipps für passives Einkommen, Selbstverwirklichung, Glück und überhaupt alles.

„Das Internet besteht ja bekanntermaßen überwiegend aus Pornos, Cat Content und Listen.“ Mit diesem Satz beginne ich meinen ersten Gastbeitrag und den einzigen Artikel im Internet, der Weisheiten von Sascha Lobo, Immanuel Kant und Samuel L. Jackson enthält. Der Artikel ist auf Christians Blog, Lets See What Works erschienen.

 

Das Startup Dock der TUHH: Die Anlaufstelle für Hamburgs Gründer

Seitdem auch einige deutsche Startups ernsthaft Geld verdienen, scheint der Markt an Gründer-Coachings deutlich zu wachsen. Zwischen staatlichen Förderprogrammen, Inkubatoren und irgendwelchen wirtschaftlich agierenden Gründer-Coaches ist das Startup Dock der TU Hamburg eine uneingeschränkt empfehlenswerte Anlaufstelle für gründungsinteressierte Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Alumni. Und zwar unabhängig, ob man von der TUHH kommt oder nicht.

Echte Unterstützung anstatt wirtschaftlicher Interessen

Chris, Lucas und ich sind mit der Smart Body Transformation seit unserem Launch offiziell beim Startup Dock. In unserem Fall gibt es keine festen Coachings oder ähnliches, was wir aber auch nicht benötigen. Felix, verantwortlich für den Bereich Digital & Services, ist unser erster Ansprechpartner und praktisch immer erreichbar. Aber auch das restliche Team vom Startup Dock hilft, wo es nur geht, mit einfacher, informeller und unkomplizierter Unterstützung. Beispielsweise haben wir über das Startup Dock die Möglichkeit, kostenlos an Events teilzunehmen. Beim ersten Hamburg Innovation Summit beispielsweise hatten wir dann ganz einfach die Möglichkeit, mit Medienvertretern und Journalisten ins Gespräch zu kommen. Ich schätze vor allem diese direkte, praktische Förderung. Die Gründerförderung, die ich an anderen Hochschulen kennengelernt habe, beschränktt sich meist auf ein paar theoretische Tipps und nette Gespräche.

Besonders angenehm empfinde ich die Tatsache, dass wirtschaftliche Interessen bei dieser Unterstützung absolut keine Rolle spielen. Ich will nicht pauschal jegliche Form von kostenpflichtigen Gründer-Coachings schlecht reden, aber letztlich haben solche Coaches ja einen unternehmerischen Antrieb. Mehr Coaching bedeutet für den Coach somit auch mehr Geld. Da das Startup Dock keinen Cent daran verdient, uns irgendwelche Coachings anzudrehen, beschränkt sich die Unterstützung auf das Wesentliche. Somit erhalten wir genau die Unterstützung, die wir benötigen, und werden nicht durch irgendwelche überflüssigen Maßnahmen abgelenkt.

Lesenswerter Newsletter: interessante Infos & kostenlose Tickets zu Events

Ich kann es daher nur wärmstens empfehlen, sich mit Gründungsideen direkt an das Team des Startup Docks zu wenden. Davon mal abgesehen, lohnt es sich wirklich, den Newsletter zu abonnieren. So wird man regelmäßig über interessante Events informiert und erhält mit etwas Glück sogar vergünstigte oder kostenlose Tickets zu regulär kostenpflichtigen Events. Über das Startup Dock war ich beispielsweise letztes Jahr beim Reeperbahn Festival dabei und konnte dort an diversen interessanten Veranstaltungen teilnehmen. Alternativ zum Newsletter kann man dem Startup Dock auch auf Facebook folgen. Hier geht’s zum Newsletter und hier zur Facebook Fanpage vom Startup Dock.

Zum Schluss noch ein paar allgemeine Infos: Das Startup Dock der TUHH ist ein offizielles Gründernetzwerk für das EXIST-Gründerstipendium und den EXIST Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Gegründet 2013, dient es heute als Anlaufstelle für alle Gründer und Gründungsinteressierten von Hamburger Hochschulen. Insbesondere können die Startup Consultants des Startup Docks Unterstützung bei innovativ technologischen Gründungsideen bieten. Die Schwerpunkte der Berater liegen hierbei auf Green Technologies, Life Science und Digital. Auch wenn sich Gründungsinteressierte nicht für ein EXIST-Gründerstipendium bewerben möchten, unterstützt das Startup Dock Teams bei der Entwicklung des Geschäftsmodells, stellt Kontakte zu Investoren und der Industrie her, hilft bei der Erstellung von Pitch Decks und anderen Förderanträgen und organisiert Netzwerkveranstaltungen und Workshops für Gründer.

Daten streuen, Privatsphäre schützen

Grundsätzlich bin ich der Überzeugung, dass es die Vorsicht und die Weitsicht gebietet, seine Daten nicht gebündelt bei einem Anbieter zu lagern. Gleichzeitig bieten einige große Firmen gleich eine Vielzahl an nützlichen Diensten, Funktionen und Tools an. Fans des modularen Denkens verfallen somit schnell dem Drang, alle möglichen Dienste bei einem Anbieter zu nutzen. Und wie ich zuletzt erfahren musste, können die einzelnen Dienste dabei weit unter dem Qualitätsdurchschnitt liegen, solange sie im Bundle daherkommen*.

Letzlich wird man oftmals dabei enden, dass ein Großteil der Daten bei drei oder vier Unternehmen liegen und der kleine Rest bei weiteren 5 bis 10 Anbietern. Es gibt natürlich auch Ansätze, bei denen man den Großteil seiner Daten unter seiner Kontrolle behält, allerdings sind diese oft für den durchschnittlichen Anwender nicht nutzerfreundlich. Somit ist es bereits ein Fortschritt, seine Daten auf mehrere Unternehmen zu verteilen, als 90 % seiner digitalen Existenz bei ein oder zwei Anbietern zu speichern.

Es wichtig, sich vor Augen zu führen, welche Dienste man wirklich benötigt und einen Mehrwert aus ihrer Nutzung zieht. Dazu prüft man am besten, welche Dienste man überhaupt bewusst oder unbewusst bereits nutzt, z.B. durch einen Blick in die Einstellungen „iCloud“ oder „Mail, Kontakte, Kalender“ auf Apple Geräten. Für die typischen Cloud-Dienste haben sich interessante Märkte mit einer Vielzahl an Marktteilnehmern entwickelt. So gibt es beispielsweise diverse unterschiedliche Anbieter zum Speichern in der Cloud und Synchronisieren von Fotos, E-Mails, Kontakten, Kalendereinträgen, Erinnerungen, Notizen, Browser Verlauf und Lesezeichen.

E-Mails und Notizen können über jedes herkömmliche IMAP-E-Mail-Postfach gespeichert und zwischen unterschiedlichen Geräten synchronisiert werden. Für die Synchronisation von Kontakten, Kalendereinträgen und Erinnerungen bieten Apple und Google gute, meist direkt ins Betriebssystem integrierte Dienste an. Dennoch gibt es auch hier einzelne Anbieter, die sich spezialisiert haben und Category Leader wie beispielsweise Evernote sind. Die Synchronisation von Browserdaten richtet sich danach, welchen Browser man vorwiegend nutzt. Es gibt für Apples Safari, Googles Chrome und Mozillas Firefox Dienste und Funktionen, die das Speichern von Lesezeichen und Verlauf in der Cloud ermöglichen. Fotos kann man je nach Belieben in der Dropbox, in Apples iCloud oder Googles Picasa speichern.

  • Fotos: Dropbox, Apple iCloud, Google Picasa
  • E-Mails: Eigener E-Mail-Server bei 1&1, Strato, DomainFactory, United Domains etc., Freemail bei Web.de, GMX, Freenet, Apple iCloud, Google Mail
  • Kontakte: FullContact, Evernote, Apple, Google
  • Kalendereinträge: Apple, Google
  • Erinnerungen: Evernote, Wunderlist, Apple, Google
  • Notizen: Jedes IMAP-E-Mail-Postfach
  • Browser: Google Chrome, Apple Safari, Mozilla Firefox

*Ein Bekannter wollte partout an seinem E-Mail-Postfach bei T-Online festhalten, obwohl dies ab 500MB kostenpflichtig wäre, der längst etablierte IMAP-Standart noch immer nicht richtig unterstützt wird und somit die fehlerfreie Synchronisation zwischen der neusten Version von Outlook und seinen iOS-Geräten nicht möglich war. Der Grund war, dass sowohl die Internetverbindung und das Entertain-Paket aus dem Hause Telekom stammten und der Bundle-Effekt im Denken meines Bekannten eine Auslagerung der E-Mails zu einem anderen Dienst praktisch unmöglich machten. Es hat Monate gedauert, bis ich ihn zu einem Umzug zum ohnehin schon eingerichteten, E-Mail-Dienst von Apples iCloud bewegen konnte.

Ciao Gmail

Nach etwas über 3 Jahren verabschiede ich mich von Gmail. Für mich ein längst überfälliger Schritt.

Google Mail hat viele Vorteile, und ich bevorzuge es noch immer gegenüber den in Deutschland verbreiteten Freemail-Anbietern wie Web.de, GMX, T-Online, Freenet und Co. Während früher Postfachgrößen von rund 20MB gängig war, startete Gmail mit sagenhaften 1 GB. Mittlerweile stellt Google seinen Kunden 15 GB kostenlos zur Verfügung.

Obwohl ich bereits seit Jahren auf mehrere eigene E-Mail-Server setze und meine E-Mails über E-Mailprogramme wie Apple Mail, Microsoft Outlook und Thunderbird verwalte, habe ich die ganze Zeit über auch immer an einem Freemail-Anbieter festgehalten. Zu Zeiten von Modems und ISDN erstellte ich meine erste E-Mail Adresse bei Freenet, später wechselte ich zu Web.de und letztlich zu Google Mail. Darüber habe ich jeweils meist meinen privaten E-Mail-Verkehr abgewickelt und fand es nützlich, über das Webinterface von jedem internetfähigen Gerät mit Webbrowser auf meine E-Mails zugreifen zu können.

Doch spätestens mit der verbreiteten Nutzung von Two-step verification wurde mir bewusst, dass die Nachteile die Vorteile überwogen. Bei aktivierter Two-step verification muss man bei der Anmeldung von neuen Geräten für Google Dienste sein Mobiltelefon bereit halten, um neben seinem Passwort auch noch einen 4-stelligen TAN einzugeben, der per SMS gesendet wird. Diese Technik ist nützlicher und unkomplizierter, als sie sich zunächst anhört, aber damit wurde mir verdeutlicht, dass man ohnehin stets sein Smartphone bei sich trägt und der letzte Vorteil, das Internetcafe-Szenario, unwirksam war.

Somit war es gemäß meiner Überzeugung „Daten streuen, Privatsphäre wahren“ an der Zeit, Gmail den Rücken zu kehren und vollständig die Kontrolle über meine E-Mails zu übernehmen. Technisch gesehen war dies schnell geschehen. Mein Postfach auf meiner Philipp-Jumpertz.de-Adresse war bereits eingerichtet und so musste ich bei Gmail nur noch Weiterleitung aller eintreffenden E-Mails an meine neue E-Mail-Adresse einrichten. Zu Sicherheitszwecken schickt Google eine E-Mail an das Weiterleitungsziel, in der man bestätigen muss, dass man Kontrolle über das E-Mail-Postfach besitzt und der Weiterleitung zustimmt. Danach war die Weiterleitung eingerichtet. An dieser Stelle sei angemerkt, dass Gmail noch einige Versuche benötigte, bis die E-Mails tatsächlich weitergeleitet wurden. Zufall? Technische Fehler? Böse Zungen könnten jetzt behaupten, Google würde extra Steine in den Weg legen beim Versuch, sich von Gmail loszulösen.

Mit dieser Weiterleitung würde Google aber technisch immer noch in der Lage sein, meine Mails mitzulesen, daher ist es wichtig, die Anzahl der eingehenden E-Mails nach und nach zu reduzieren, um dann mittel- bis langfristig das Gmail-Postfach komplett zu löschen. Daher sollte man alle eingehenden E-Mails durchgehen und dafür sorgen, dass diese E-Mails zukünftig direkt an die neue E-Mail-Adresse gelangen. Bei E-Mails von echten Kontakten reicht dabei ein kurzer Hinweis per E-Mail, gerne auch mit angehängter aktueller Kontakt-Datei. Bei automatisch versendeten E-Mails muss die beim jeweiligen Dienst hinterlegte E-Mail-Adresse geändert werden. Dazu muss man sich meist beim jeweiligen Dienst anmelden und im Profil die Adresse ändern. Oft muss diese Änderung entweder in einer E-Mail an die alte und/oder neue E-Mail-Adresse bestätigt werden. Auch wenn sich das jetzt nach viel Arbeit anhört: letztlich handelten es sich bei mir um ca. ein Dutzend Dienste, die Änderung war an einem Abend durchgeführt.

 

 

Ausgründung Universität Hamburg

Gründungsinteressierte Studenten und Absolventen der Universität Hamburg erhalten mehr Unterstützung, als den meisten bekannt sein dürfte. Neben der Unterstützung bei der Antragstellung des EXIST Gründerstipendiums unterstützt Prof. Dr. Nüttgens vom HARCIS – Hamburg Research Center for Information Systems aktiv Ausgründungen von Studenten aller Fachrichtungen der Universität Hamburg.

Aktuell ist er in der Vorbereitung einer gründerfreundlichen Infrastruktur am Standort Max-Brauer-Allee 60, direkt am Bahnhof Altona. Gründungsinteressierte Studenten, Absolventen und Startups aus dem Umfeld der Universität Hamburg sollen dort mit technischer Infrastruktur, Räumlichkeiten und der Nähe zum Lehrstuhl unterstützt werden. Interessenten können sich unverbindlich mit einer kurzen Beschreibung Ihres Vorhabens an Prof. Dr. Nüttgens wenden.

Prof. Dr. Markus Nüttgens
Universität Hamburg
Fakultät für Betriebswirtschaft
Max-Brauer-Allee 60
22765 Hamburg
Tel.: +49 40 42838-2792
E-Mail: markus.nuettgens@wiso.uni-hamburg.de